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Graues Langohr– die Wiederentdeckte

Sie wurde 1990 im Thurgau das erste Mal nachgewiesen. Bei einer Nachkontrolle im Jahr 2018 fand man keinen Kot des Grauen Langohrs. Wenige Kilometer davon entfernt konnte dafür neu ein Quartier mit Grauen Langohren entdeckt werden – das einzige bekannte, aktive Quartier in unserem Kanton.

In der Schweiz kommen 3 verschiedene

Arten von Langohrfledermäusen vor: Das Braune Langohr, das Graue Langohr und das Alpenlangohr. Das Alpenlangohr kommt in der Schweiz vor allem in den Kantonen Tessin und Graubünden vor. Neu kann man es auch im St. Galler Rheintal nachweisen. Im Grossteil des Mittellandes finden wir das Braune Langohr. In den Kantonen Basel bis Schaffhausen finden wir das Graue Langohr. Der Thurgau liegt also an der Südgrenze des Verbreitungsgebiets in der Schweiz.

Im Rahmen einer nationalen Aktion wurden im Thurgau von allen Langohrquartieren Kotproben genetisch analysiert. Ziel der Untersuchung ist, sich über die Verbreitung der 3 Langohrarten ein besseres Bild machen zu können. Dabei wurde nun dieses neue Quartier des Grauen Langohrs entdeckt. Im Thurgau kommen Wochenstuben oft in Dachstöcken vor. Selten genug kann man sie beobachten, weil sie sich gerne zwischen den Balken verkriechen. Nur der Kot am Boden weisen auf ihre Anwesenheit hin. 

In der Schweiz jagt das Graue Langohr in offenen Baumkronen. Im Gegensatz zum Brauen Langohr jagt es aber häufiger knapp über dem Boden oder dicht an der Vegetation und erbeutet daher mehr fliegende Insekten. Wie bei allen Langohren orten sie die Beute nicht nur durch relativ leise Ortungsrufe im Ultraschallbereich sondern auch passiv. Dank ihrer grossen Ohren sind sie in der Lage Krabbel-, Frass- oder Fluggeräusche der Beutetiere zu hören.

   
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