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Bucaldrüse_Zweifarb_2009.jpgSchon wird es abends schnell dunkel. Wir machen es uns im Haus gemütlich und freuen uns, auf die ruhigen Abende vor dem Kaminfeuer. Ganz anders geht es nun bei den Fledermäusen zu und her. Nichts von sich zurückziehen und auf den Winterschlaf freuen. Partnerwahl ist angesagt.

Bei einigen Fledermausarten, Abendsegler, Mückenfledermaus und Rauhautfledermaus, ziehen die Männchen in ihre Balzquartiere ein. Die Männchen verteidigen ihr Quartier gegen andere Fledermausmännchen. Die Mausohren zum Beispiel machen das lautstark mit einem Surren wie bei Wespen. Der Quartiereingang wird «parfumiert» mit ihrem Sekret der Mundwinkeldrüsen. Abend für Abend «singen» sie den Weibchen ein Ständchen. Einmal haben sie mehr Glück und ein Harem von Fledermausweibchen fühlt sich angezogen, ein anderes Mal gehen sie vielleicht sogar leer aus.

 

Zweifarbmännchen mit Buccaldrüse

Foto Marius Heeb

 

Bei andern Fledermausarten, wie Zwergfledermäusen und Zweifarbfledermäusen machen sich die Männchen Abend für Abend auf zu Schwärmflügen. Sie fliegen dabei stundenlang ihre Runden. Auf diesen festgesetzten Revierflügen fliegen sie ihr Balzterritorium ab.

Beides ist für Fledermausmännchen sehr anstrengend. Abends, wenn die meisten Insekten schwärmen und sie auf Beutefang gehen möchten, haben sie keine Zeit dafür. Es ist Zeit für die Begattung der Weibchen, welche im nächsten Juni die Jungen zur Welt bringen werden.

Die Schwangerschaft dauert aber nicht 9 Monate wie bei uns. Fledermausweibchen überwintern die Spermien in einer Falte der Gebärmutter und lassen die Befruchtung erst nach dem Winterschlaf zu.

Nach der Balzzeit gilt es zu fressen, was die Gegend hergibt. Fettreserven für den Winter müssen angefressen werden. So kann es schon einmal vorkommen, dass im November, an warmen Tagen, Fledermäuse tagsüber am Jagen sind, denn nachts ist es den Insekten zu kalt. Während dem Winterschlaf verlieren die Fledermäuse einen Drittel ihres Körpergewichtes. Sie sind uns dankbar, wenn wir unsere Gärten nicht allzu früh auf Winter umstellen. Jetzt sind die wenigen Insekten, die es noch gibt, besonders wertvoll und lebensnotwendig.

 

 

 

   
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