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Braunes Langohr – die Gefährdete

Das braune Langohr steht wie die andern beiden Langohrarten auf der roten Liste und ist stark vom Aussterben bedroht. Besonders im dicht besiedelten Mittelland sind die Bestände stark rückläufig. Zurzeit startet eine detaillierte Untersuchung der Langohr-Quartiere, um den Ursachen auf den Grund zu gehen und um die nötigen Schutzmassnahmen anzuordnen. Das Braune Langohr bewohnt gerne offene Dachstöcke in Bauernhäusern. Auch wenn wir sie nur sehr selten zu Gesicht bekommen verrät ihr Kot im Dachstock ihre Anwesenheit. Die Langohren leben in kleinen Kolonien von bis zu 30 Tieren.

Ihre Jagd beginnen sie erst bei völliger Dunkelheit. Sie meiden Strassenlaternen und beleuchtete Objekte. Da sie mit ihren Ultraschallrufen nur       max. 15 m weit hören, sind sie auf Strukturen wie eine Hecke oder grosse Obstbäume angewiesen. Nur in speziellen Ausnahmefällen überfliegen sie flaches, leeres Ackerland. 

Sie bringen ein Jungtier pro Jahr zur Welt, doch nur 20% davon überleben den ersten Winter.

Der Ausbau und das Isolieren von alten Dachstöcken gehört zu den Hauptursachen für das Verschwinden des Braunen Langohrs. Die grosse Lichtverschmutzung um das Quarteier herum und die Rodung von natürlichen Hecken lassen die noch verbleibenden Quartiere verwaisen. Wenn wir jetzt nicht handeln, verschwindet diese Fledermausart womöglich ganz.

Sie ernähren sich von Nachtfalten und Ohrwürmern, die sie von Blättern und der Rinde ablesen. Sie lieben das Jagen in Hochstamm-Obstkulturen lesen aber auch fleissig die Insekten von Hagelnetzen der Niederstammkulturen ab.

Steckbrief:    

Spannweite                                24 – 28 cm

Körperlänge ohne Schwanz   4 – 5,5 cm

Gewicht                                       5 – 10 g

 

 

Vorkommen im Thurgau:

Alle einst aufgenommenen Langohrquartiere werden in den nächsten 1-3 Jahren von den ausgebildeten Fledermausschützern kontrolliert, um den genauen Bestand zu erfassen.

Text Franziska Heeb