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Grosse Hufeisennase – die Verschollenen

Die grossen Hufeisennasen sind in der Schweiz noch nie häufig aufgetreten. In ganz Mitteleuropa ist ihr Bestand seit dem 20. Jahrhundert stark zurückgegangen. Man vermutet, dass sie dem Einsatz von Pestiziden zum Opfer gefallen ist. Ihr Nahrungsangebot wurde dabei stark reduziert und auch die Quartiere zerstört. Denn sie lebt im Sommer gerne in warmen Dachstöcken. Für das Winterquartier sucht sie sich Bergwerksstollen, Felshöhlen und unterirdische Gewölbe, die nicht kälter als 4° C werden.

Sie gehört von den europäischen Fledermäusen zu den Arten, die das höchste Alter erreichen. Durch Beringen konnte ein Alter von 30,5 Jahren nachgewiesen werden.

Grosse Hufeisennasen sind sehr standorttreu. Ihre Sommer- und Winterquartiere liegen nicht weit voneinander entfernt.

Sie jagen in Wäldern oder über Wiesen und suchen Grossinsekten wie Käfer und Nachtfalter.

Typisch ist ihre Flügelhaltung in der Ruhe- und Winterschlafzeit. Sie wickelt sich ganz in ihre Flügel ein. So hängen sie frei von der Decke.

Die Grosse Hufeisennase ist vom Aussterben bedroht. Grosse Quartierhöhlen sind unter Schutz gestellt und die benötigten Jagdgebiete wie extensive Weideflächen und auch Laubwälder werden gefördert.

Text Franziska Heeb

Steckbrief:

Spannweite                                37 – 40 cm

Körperlänge ohne Schwanz   5 – 6 cm

Gewicht                                      18 – 24 g

Vorkommen im Thurgau:

Seit über 50 Jahren fehlten Anzeichen dafür, dass es noch Hufeisennasen im Thurgau gibt. Sie sind aus unserer Region verschwunden. Der Fund einer einzelnen Grossen Hufeisennase im Hinterthurgau zeigt, dass diese Art vielleicht noch sporadisch durch die Region zieht.

Text Wolf-Dieter Burkard