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Mopsfledermaus – die Wiederaufgetauchte

Mopsfledermäuse sind akut vom Aussterben bedroht, sie stehen auf der Roten Liste ganz oben. In der Schweiz sind nur wenige Wochenstuben bekannt. Sie befinden sich im Wald unter der Rinde von absterbenden Bäumen, in Baumhöhlen aber auch an Gebäuden hinter den Fensterläden und in engen Spalten. Auch während der Säugezeit wechseln sie mehrmals das Quartier. Mopsfledermäuse sind sehr standorttreu, das heisst, sie besiedeln mehrere Quartiere, die sie in regelmässigen, kurzen Abständen alle wieder aufsuchen. Sie reagieren sehr empfindlich auf Störungen und Veränderungen am Quartier.

Bereits in der frühen Dämmerung fliegen sie zur Jagd aus. Ihr Flug ist schnell und wendig. Sie jagen an Waldrändern, über den Baumkronen und in Gärten. Der grösste Anteil der fliegenden Beute machen kleine Falter aus.

Text Franziska Heeb

 

Steckbrief:

Spannweite                                26 – 29 cm

Körperlänge ohne Schwanz   4,5 – 6 cm

Gewicht                                       6 – 14 g

 

Mittelgrosse Fledermausart mit dunklem Fell

Auffällig kurze Schnauze, breite Ohren

 

Vorkommen im Thurgau:

In frühen Jahren muss die Mopsfledermaus verbreitet und in unserer Region nicht selten gewesen sein. Doch jahrzehntelang war sie verschwunden und galt infolgedessen als ausgestorben, nicht nur im Thurgau, sondern im ganzen Mittelland.

2004 wurde in Neukirch an der Thur zur allgemeinen Überraschung eine verletzte Mopsfledermaus gefunden, und in den folgenden Jahren konnte das Vorhandensein der Art stets bestätigt werden. 2006 wurde sogar eine kleine Fortpflanzungskolonie entdeckt. Die Mopsfledermaus gehört damit wieder zur einheimischen Fauna. Noch beschränken sich die morphologischen Nachweise auf die Gegend um Neukirch an der Thur.

Akustisch konnten sie in letzter Zeit auch im Raum Frauenfeld -Aadorf nachgewiesen werden.

Text Wolf-Dieter Burkard